Samstag, 11. Juni 2016

KLARTEXT - Im Abseits


KLARTEXT – Im Abseits 

In der heutigen KLARTEXT-Folge möchte ich euch gerne etwas über mich und meine bevorzugte Darstellung des Bildmaterials berichten.
Bei dem ersten Eintrag zu dieser Reihe wurde angemerkt, dass das dort behandelte Thema wohl ein Aufreger für mich sei.
Dies möchte ich konsequent verneinen. Die Themen sind keine Aufreger für mich und beschäftigen mich auch nicht alltäglich um mir einen schönen Tag zu versauen.

Und damit nicht der Eindruck entsteht, dies wird eine zukünftige MeckerEcke, erzähle ich heute mal über meine Arbeiten und warum ich das tue, was ich tue.
Bedingt durch die Thematik gibt es heute nicht nur Text, sondern auch ganz viel unterstützendes „Anschauungsmaterial“. 

Pferdefotografie konsequent abseits jegwelcher Modeerscheinungen….

…dies wage ich zu behaupten, ist der Stil, welcher meine Arbeiten prägt.

 
 


Ja, es wäre gelogen, würde ich nicht zugeben, dass ich dies oder das Gängige nicht das ein oder andere mal im Selbstversuch getestet hätte. Jedoch sprechen die Ergebnisse eine deutlich andere Sprache. Zeigen mir auf, dass mich meine eigenen Arbeiten in solcher Form nicht überzeugen. Aufgesetzt und nachgemacht wirken.

Liegt das meinige Hauptaugenmerk doch mehr auf dem künstlerischen Aspekt wie z.B. FineArt, Artworks, / digitaler Malerei – sprich Bilder für die Wand - biete ich dennoch sehr gerne PersonalShootings an und habe diebische Freude daran, freie Arbeiten mit Pferd / Mensch zu einer bestimmten Thematik zu gestalten.
Als dokumentiertes Beispiel könnt ihr euch gern ein freies Projekt aus dem letzten Sommer, "The War Horse",  anschauen. 
 
Beispiel Artwork - Digital, Mixed Media

Es liegt in der Natur der Sache, wenn man
A. so gut wie keine Kundenshootings postet und
B. nicht dem gängigen Geschmack folgt,
dass die Auftragslage in Bezug aufs Brötchen verdienen mit PersonalShootings nicht immer so rosig ausschaut.
 

Zugegeben, Marketing ist ein deutlich vernachlässigter Faktor bei mir.

Lässt es mir aber viel mehr Raum, an meinem Stil festzuhalten. Gerne mit der Konsequenz, auf den Künstler / Fotograf als Hauptberuf zu verzichten.
Terminliche Kapazitäten sind in Ausführung des Nebengewerbes ohnehin sehr beschränkt und der Verkauf meiner Seele nicht zwingend notwendig J 

Dies sind jedoch Nebensächlichkeiten, wenn man das Künstlerische als Ausdrucksform für sich selbst gewählt hat. (Im Umkehrschluss bedeutet dies nicht, dass der Hauptberufler nicht künstlerisch tätig ist!)
Dann spielt es auch eher eine zweitrangige Rolle, wie viel Likes ein veröffentlichtes Bild auf einer Plattform wie z.B. Facebook ergattern kann. Denn es geht nicht darum, eine breite Masse zu bedienen – dies tun andere im Mainstream zur genüge – sondern darum,  die eigene Wahrnehmung, das eigene Gefühl in die Arbeiten einfließen zu lassen, ganz ohne Verzerrung durch Kundenwünsche.
Wenige meiner Kunden kommen mit eigenen Vorstellungen. In den häufigsten Fällen werden die geliebten Tierchen vertrauensvoll in meine photographischen Hände gelegt :).

Aus einem Auftragsshooting im Mai diesen Jahres

Jede Arbeit enthält sehr viel von mir persönlich. Kehrt Empfindungen von innen nach aussen. Vielleicht nicht für jeden sichtbar, aber dennoch vorhanden.

Bin ich gefühlsmäßig in guter Verfassung, kann ich nicht umhin, auf Farbe zu verzichten.
Bunte Bilder erreichen mich in dieser Phase nur, wenn ich zum Aufnahmezeitpunkt tatsächlich mit gewollter Lichtstimmung gearbeitet habe.

 

Ich bin zugegebener Maßen ein schwarzweiß Fetischist J

Und neben all den goldorangefarbenen Stimmungsbildern wirkt das Monochrome für viele blass, farb- und stimmungslos. 
Dabei zeigt s/w – für mich - die Essenz des Wesentlichen. Spricht eine blickorientierte  Sprache und legt offen, was deutlich hervorkommen soll.  Auch eine besondere Dramaturgie lässt sich damit erzielen.

 

Nicht jede Aufnahme eignet sich zur Wiedergabe und Ausarbeitung in  den "shades of grey".
Daher fotografiere ich immer in Farbe. Beim Betätigen des Auslösers ist aber bereits klar, dass die gewollte Ausstrahlung des Bildes ganz ohne Färbung auskommen wird.
Ein weiterer Unterschied zu vielen Anbietern von privaten Pferdeshootings ist die Tatsache, dass ich das Pferd an sich lieber so darstelle, wie es ist. Nicht eingeschnürt, nicht geritten, nicht in überheblichen Maße aufgestylt.
Man könnte sagen, ich betreibe Streetfotografie auf der Koppel J


 
Denn für mich gibt es nichts schöneres, als die Tiere in ihrem freien, natürlichen Bewegungen und Handlungen festzuhalten. Hierfür sitze ich auch mal einige Zeit gerne allein auf der Koppel rum.



Auch liebe ich schwarze oder weiße Hintergründe. Kann man für den schwarzen Hintergrund (Low Key) gerne für Portrait Aufnahmen ohne grösseren Aufwand in der Stallgasse tun. Aber bei Bewegungsbildern wird es da schon eng. Jetzt kommt für einige nur das mobile Studio  in der Reithalle (oder so) in Frage.



Ich hingegen verzichte vollends auf solch technische Hochleistungsgeräte. Available Light ist das, was mich am meisten begeistert. Echtes Licht & und kunstvoller Schatten.


Ein Grund mehr, um auf aufwendiges Studio Equipment zu verzichten.
Lieber arbeite ich dies im Anschluss am PC nach. Allerdings empfiehlt es sich, bereits im Vorfeld auf geeignete Hintergründe beim Ablichten achten, um sich bei der Nachbearbeitung nicht allzu schwer tun zu müssen.

 
Ist nicht jedermanns Sache, aber für mich ist es DER Weg, um mein fotografisch angedachtes Ziel in die Tat umzusetzen.
Oh, ganz sicher gibt es Menschen in dieser Branche, welche dies mit Hilfe des mobilen Studios perfekt hinbekommen. Hut ab dafür! Mir jedoch ist der Bewegungsbereich zu sehr eingeschränkt und die Entfaltung des Tieres, auf Grund des abgesteckten Raumes, nicht wirklich gegeben.

Ich möchte gute fotografische Arbeit mit ausgereifter Software komplettieren, die technischen Gegebenheiten und die digitalen Möglichkeiten gezielt einsetzen.

Habe ich doch auch die analogen Zeiten erlebt.

Als ehemaliger, leidenschaftlicher ITler und Webdesigner zieht es mich nun mal immer wieder in die digitale Welt. Die Artworks sind auf Grundlage der vorhandenen Fotografie mehr oder minder komplett digital übermalt. Zwischen all den Nullen und Einsen gibt es für mich scheinbar kein Entkommen  J

 

Ich freue mich über jeden Menschen, der Gefallen an meinen Arbeiten findet.
Mich für ein Shooting seines geliebten Pferdes / seiner geliebten Pferde bucht oder einfach eins meiner Bilder zur Verschönerung seines Zuhauses kauft.
Dies gibt mir den Mut und die Kraft, mit dem von mir eingeschlagenen Weg zwar nicht den Zahn der Zeit zu treffen, doch eher zeitlos zu sein, aber dafür die Menschen zu erfreuen, die ähnlich empfinden wie ich. An dieser Stelle sei ein dickes DANKESCHÖN an all diejenigen ausgesprochen, die mich in den letzten Jahren treu begleitet und mir ihr Vertrauen geschenkt haben.
 

Mit den besten Grüßen aus dem  (selbgewählten) Abseits

Eure Sabine

 

 

Zum Abschluss hab ich noch einen Spruch von Mark Twain, den ich als sehr passend erachte:

 Whenever you find yourself on the side of the majority, it is time to pause and reflect. 
 

 

 

 

 

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